Premierenausstellung mit Cosia Immerscheen, Herta Tekook und WolfTek

Am 27. Juni 2009 um 14:00 öffnete die neue Helmspark- Galerie im Möbelhaus Witt erstmals ihre Pforten für Publikum, und die Kunstbegeisterten aus Hamburg strömten zu diesem Ereignis. Der Titel “Solanum melongena” (der botanische Name für den Eierbaum, auch als Aubergine bekannt) verknüpft die Ausstellungsschwerpunkte von Cosia Immerscheen (Egg Art) und WolfTek (Baummetamorphosen nach Ovids “Philemon und Baucis”). Die Verbindung zwischen diesen Eckpunkten schaffen die Gemälde von Herta Tekook.

Solanum melongena - Das Poster

Solanum melongena - Das Poster

Besser als jede andere Beschreibung geben die Worte des Eröffnungsredners Egge de Wall wieder, was es zu bestaunen gab:

Besucher der Vernissage

Wer es nicht weiß: Ich heiße Egge de Wall. Der Vorname ist ostfriesisch (und bedeutet Schwertträger).
Weil ich Egge heiße, soll ich die Ausstellung eröffnen.

  • eggart /Eierkunst und Baumbilder
  • und darin Menschen
  • und dann noch Menschen mit ihrem Seelenleben
EggArt von Cosia Immerscheen

EggArt von Cosia Immerscheen

Die Bilder von Cosia Immerscheen sind einfach schön:

  • bedingungslos schön, Fantasie fördernd
  • überraschend und immer weiter sich ausdehnend ins Weltall oder in die Tiefe meiner Seele
  • das Gespenst, die drei Blubbs
  • der Neandertaler, die Schildkröte, der weiß- bunte Katzenkopf
Acrylbilder von Herta Tekook

Acrylbilder von Herta Tekook

Die Bilder von Herta Tekook berühren mich erst mal wegen

  • der Farbe königsblau
  • und dann, weil sie sofort eine Beziehung knüpfen zu meiner Seele
  • Windhauch, Auf der Suche, Offen, Schatten, Hilfe, Ewige Ruhe, Siesta, hohe Aussichten

Aus der Serie "Philemon und Baucis" von WolfTek

Aus der Serie "Philemon und Baucis" von WolfTek

Und drittens die von WolfTek begeistern mich sofort,

  • weil ihn die altgriechische Mythologie so fasziniert.
  • “Sie lassen mich nicht los”, hat er gesagt.
  • Eiche und Linde, darin Philemon und Baucis

So habe ich selber zu meditieren versucht, meistens zusammen mit Jugendlichen.

Und darum bitte ich Sie nun alle: Lassen Sie sich auf etwas ein!

  • Stellen Sie sich vor: Sie sind ein Baum
  • Was wollen Sie sein? Pappel, Palme, Birke, Buche?
  • Wo stehen Sie? An der Autobahn, am Feldweg, im Park
  • Welche Figur haben Sie? Welche Rinde?
  • Worin wurzeln Sie als Baum, in welchem Erdreich?
  • Wo sind Ihre Wurzeln als Mensch?
  • Wie erscheint Ihre Figur anderen, Ihr Gesicht, Ihre Haut?
  • Nach wohin strecken Sie sich aus?
  • Für wen produzieren Sie Sauerstoff?

Dazu eine Geschichte aus Afrika:

Ich war ein Baum – stark und stolz – groß und gesund.
Ich wollte der höchste sein, aber da kamen Männer aus dem Dorf. Sie schlugen mich ab – mit Axt und Säge. Nun war ich erledigt, doch tot! Lag hilflos da.
Die Männer schlugen und meißelten an mir herum. Das starke harte Holz in mir – gerade das holten sie aus mir heraus, immer mehr.
Ich war ja eigentlich nicht mehr lebendig, und trotzdem merkte ich, dass ich verändert wurde. Was bleibt denn von mir übrig?
Die Männer waren lieb zu mir. Das tröstete mich.
“Du wirst noch gebraucht”, sagten sie zu mir. “Darum müssen wir so hart mit dir umgehen.”
Nach und nach gab ich alles auf an Vorstellungen von dem, was ich sein wollte – alle Vorstellungen von Herrlichkeit und Schönheit – ich war ausgehöhlt.
Zuletzt bestand ich nur noch aus einer dünnen Wand. Ich fühlte mich leer, hohl, elend, zum Wegwerfen.
Da lächelten die Männer sich zu, zufrieden, nahmen mich auf ihre Schultern, trugen mich zum Wasser und legten mich hinein.
Ich bekam Angst, denn nirgends gab es den Halt, den gewohnten Halt der Erde.
Aber auf einmal spürte ich, dass ich getragen wurde – getragen, gehoben, gewiegt, geschaukelt, getragen…
Ein nie gekanntes Gefühl.
Ich wurde ruhig, entspannt – weich und froh – unbeschreiblich weich und froh.
Ich gab mich hin, dem neuen Element, voll Vertrauen.
Und je mehr ich einverstanden war, umso mehr spürte ich, wie leicht ich war.
Ich wiegte und schaukelte und war im Einklang mit den Wellen – weich wie Wellen.
Nun kamen die Leute aus dem Dorf. Sie stiegen ein. Ich konnte tragen, war tragfähig! Sie stießen ab vom Ufer. Ich konnte sie tragen auf dem Wasser des Lebens zu neuen Ufern.
Ich der Baum. Ich der Mensch.
Ich konnte tragen, weil ich getragen wurde.
Ich kann tragen, weil ich getragen werde!

Eröffnungsredner Egge de Wall

Eröffnungsredner Egge de Wall


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